Zum Nachlesen

Das Konzertprogramm des Salaputia-Brass-Konzertes vom 23. September 2016 finden Sie hier

Das Programm des Jubiläumskonzertes des Posaunenchores am Samstag, 24. September 2016 finden Sie hier sowie die Gedanken von Pfr. Maisenbacher zum Jubiläum hier

Die Predigt des Festgottesdienstes am Sonntagvormittag zum Thema "Wie lieb sind mir deine Wohnungen" finden Sie hier

Die Liturgie der Abschlussandacht am Sonntagabend hier.

Presse-Berichte

Mit freundlicher Genehmigung der Heidenheimer Zeitung

Bericht des Albboten vom 29.09.2016

Jubiläumswochenende 40 Jahre Gemeindehaus und Kindergarten sowie 90 Jahre Posaunenchor feierte die evangelische Kirchengemeinde. Es ging gleich hochkarätig mit einem Bläserkonzert der bundesweit bekannten „Salaputia Brass“ los.

Grandiose Musik, vorgetragen von einem ebenso begeisternden Quintett, bescherte dem Publikum in der Michaelskirche einen fantastischen Konzertabend. „Salaputia Brass“ spannte einen musikalischen Bogen von Barock bis Modern. Die fünf Blechbläser gründeten ihr Quintett 2007 noch als Schüler und wagten sich schnell an eigene Arrangements heran. Die Trompeter Pedro Freire (er sprang für Peter Dörpinghaus ein) und Lukas Reiß, Tubist Joel Zimmermann, Hornist Felix Baur sowie Posaunist Philip Pineda-Resch bereiteten dem Publikum einen besonderen Abend. Die ehemaligen Mitglieder des Bundesjugendorchesters boten sinfonische Blasmusik auf höchstem Niveau, so dass die musikalischen Darbietungen des Ensembles soiwe die virtuose Spielkunst  vom Publikum mit stehenden Ovationen bedacht wurden. Charmant, locker und informativ führte der Franke Joel Zimmermann durch den Abend

Die Fanfare La Péri von Paul Dukas war ideal als Eröffnungswerk und bescherte dem Ensemble einen Auftakt nach Maß. La Péri spielt im exotischen Milieu des alten Persien. Es enthält dynamische Abstufungen und forderte die Musiker dementsprechend stark. Meisterhaft gespielt auch das Epithalame aus der Suite Impromptu von Andre Lafoss. Nach der ersten französichen Hälfte ging es nach der Pause nach Spanien.

Die Städtereise in der „Suite Espanola op. 47“ führte von Sevilla über Granada, Cádiz, Asturias nach Aragon.  Mit La Revoltosa von Ruperto Chapi war das hochkarätige Konzert nach anderthalb Stunden auch schon vorbei. Man hätte gerne noch mehr gehört.

Mit einer eigenen Komposition von Peter Dörpinghaus und mit dem bekannten Lied "La Nuit" aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ verabschiedete sich das „Salaputia Brass Quintett“ von den faszinierten Zuhörern in der Michaelskirche.

Persönliche Kontakte zu Jan und Sebastian Jäger brachten die Musiker zum 90. Posaunenchorjubiläum nach Gerstetten. Es war ein Geburtstagsgeschenk an den Posaunenchor und stand unter dem Gedenken an Richard Jäger, den langjährigen Dirigenten des Posaunenchors. Er stand 1975 erstmals am Dirigentenpult. Seinem pädagogischen Talent, seiner Herzlichkeit und seiner Eselsgeduld verdankte der Posaunenchor seine gute Entwicklung. So galt ein herzlicher und besonderer Dank der Kirchengemeinde der Familie Jäger, die dieses Konzert im Gedenken an Richard Jäger erst möglich gemacht hatte. 

Der Posaunenchor ist 90 Jahre alt und kein bisschen leise. Zahlen und Fakten sagen so Manches aus, aber in erster Linie sind es zwischenmenschliche Beziehungen, die dazu beitragen, dass etwas lange Zeit Bestand hat. Bis heute herrscht ein gutes Klima unter den Musikern. Mit der Festival Instrada von Michael Schütz führten die Bläser unter der Leitung von Sebastian Jäger in den Abend beim Konzert in der Michaelskirche.

In erster Linie musiziert der Posaunenchor bei Gottesdiensten und Konzerten. Begleitet werden auch Veranstaltungen der bürgerlichen Gemeinde, Hochzeiten, Beerdigungen und Geburtstage. Ein besonderes Ereignis für die Posaunenbläser war die Teilnahme beim zweiten Evang. Bundes-Posaunentag im Juni dieses Jahres in Dresden. 20.000 Bläser aus aller Welt trafen sich zum weltgrößten Bläserevent. Am „Königsufer“, auf der einen Elbseite und auf der „Brühlschen Terrasse“ am gegenüberliegenden Ufer des Flusses, standen sich die großen Posaunenchöre und ein kleiner Jugendposaunenchor gegenüber, um die „Suite über die Elbe“ von Dieter Wendel im jeweiligen Wechsel zu spielen. Ein Erlebnis das unter die Haut ging. Die „Suite über die Elbe“, spielte auch der Posaunenchor, nur der Fluss durch die Kirche fehlte. Spielend eroberten die Posaunenchorbläser die Herzen der Zuhörer. Sie brachten die Michaelskirche ganz wunderbar zum Klingen.

Pfarrer Maisenbacher erzählte aus der Chronik des Posaunenchores. In 90 Jahren wechselten sich lediglich fünf Dirigenten ab. Richard Jäger darunter unvergessen. Vor Sebastian Jäger, dem Enkel von Richard Jäger, stand Christof Bosch am Pult. Er spielt heute immer wieder im Posaunenchor mit oder springt als Dirigent für Sebastian ein. Ihm galt dann auch der besondere Dank Jägers am Ende des Konzertes. 

Mit fünf Blasinstrumenten wurde damals vor 90 Jahren angefangen. Fünf Leute wurden zu den Instrumenten gesucht, die dann so lange unterrichtet wurden, bis sie einigermaßen geradeaus spielen konnten. 1926 war dann die erste Übungsstunde bei Ludwig Eckhard. Bis heute lebt der  Posaunenchor von freiwilligem Tun. Er überlebte auch zwei Gemeindehäuser. Aus dem Musikverein lieh man sich Bläser, wenn es um Vorspiele ging. 1933 kamen drei neue Bläser dazu, 1937 noch weitere sieben. Aus dem anfänglichen Turmblasen wurden dann Platzkonzerte, da die Türme für 15 Bläser nicht genügend Platz boten. Posaunentage kamen dazu, aber auch die Kriegsjahre. 12 Bläser wurden eingezogen, so dass im Juni 1940 der Posaunenchor seinen Spielbetrieb einstellen musste. Fünf Jahre später konnte neu begonnen werden. Zwölf Monate danach besuchten sie bereits den Posaunentag in Ulm und musizierten auf dem Münsterplatz über der in Trümmern liegenden Stadt. Seien es Gottesdienste im Grünen, Taufen, Trauungen und Beerdigungen, große Festivitäten oder auch das Kurrendeblasen - immer wieder umrahmte der Posaunenchor die jeweiligen Programme. 2001 wurde mit Richard Jäger Jubiläum gefeiert. Heute steht sein Enkel am Pult. Einen besseren Dirigenten könnte sich der Pfarrer für den Posaunenchor nicht vorstellen. Sie sind gut aufgestellt und müssen ausposaunen, worüber sie staunen. Von der Kirchengemeinde gab es einen wunderbaren neuen Notenpult als Jubiläumsgeschenk. Das zum Abschluss gespielte „Nun danket alle Gott“ von Johann Sebastian Bach klang wunderschön, denn schon die allerjüngsten Bläser spielten mit.

Die Gründungsmitglieder leben nicht mehr. Geehrt wurden Finn Nachtigal für 11 Jahren Einsatz im Posaunenchor, Sebastian Jäger und  Jan Jäger für 17 Jahre Treue sowie Sibylle Jäger für 20 Jahre. 28 Jahre spielt Frieder Franz im Posaunenchor. Sibylle Jäger  steckte dann die Silberne Ehrennadel für 31 Jahre Treue Barbara Thierer an, ebenso Mark Freihart für 31 Jahre. 33 Jahre ist Gerd Eckhard dabei. Für 35 Jahre erhielten Gerhard Thierer und Frank Junginger die Silberne Ehrennadel. Die Goldene Nadel und Urkunde gingen für 40 Jahre an Karlheinz Renschler, für 41 Jahre an Thomas Heinle. Jonathan und Tobias Schied sind als Heuchlinger immer wieder dabei, so auch Gert Bruckmayer aus Heubach.

Der Festgottesdienst am Sonntag stand unter dem Psalmvers „Wie lieb sind mir deine Wohnungen“ (Psalm 84,2) . Alle machten mit: Der Posaunenchor spielte, die  Kindergartenkinder sprachen über Taufe, Kindergarten und Jungschar. Der Kirchenchor sang Lieder wie „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder“ oder „Lobe den Herr, meine Seele“.  Es wurde ein passend schöner Festgottesdienst. Die Predigt von Pfarrer Maisenbacher griff das Thema „Heimat“ auf. Ein Wort, verbunden mit großen Emotionen bspw. nach Kindheit und Geborgenheit. Der Psalmist sehnt sich nach der Gegenwart des lebendigen Gottes, nach Liebe, Glück und Angenommensein. Zu den irdischen Häusern Gottes gehört die Michaelskirche, aber auch der Kindergarten und das Gemeindehaus, das seit fünf Jahren auch dem CVJM eine Heimat  bietet. Die Kirche im Dorf lassen, das wollen alle, aber darin wohnen? So feiern wir heute Gottesdienst mit der Sehnsucht nach Heimat und als Vorgeschmack auf das kommende ewige Fest so Maisenbacher.

Gute Nachrichten gab es aus dem Kindergarten: Sabrina Schmid ist seit 10 Jahren dort als Erzieherin tätig, Petra Herbinger bereits seit 25 Jahren, so auch Tanja Strauß. Pfarrer Maisenbacher wünschte weiterhin viel Freude am Dienst der Kinder. Barbara Flath ist seit 25 Jahren Mesnerin. Maisenbacher ist dankbar für ihren unermüdlichen Dienst in der Kirchengemeinde, der oft mit einem hohen ehrenamtlichen Aufwand verbunden ist. 

Samstagnachmittag und Sonntag waren Tage der offenen Türen rund um Gemeindehaus und Kindergarten. Es gab ein spannendes Kindertheater im Kindergarten. In der  Hüpfburg tobten die Kinder stundenlang ausgelassen herum aber auch die vielen Kreativangebote des CVJM sorgten zusammen mit Menschenkicker und Schaumkussschleuer die beiden Tage über für regen Andrang. Am Sonntag gab es leckeres, abwechslungsreiches  Mittagessen und ein vielfältiges Programm für Jung und Alt sowie eine Bilderschau mit mehr als 2500 Fotos aus den vergangenen 116 Jahren der Kirchengemeinde. Eine Auswahl derselben kann man im kommenden Jahr als Wandkalender zu Hause auch bewundern. Der Musikverein Harmonie Gerstetten sorgte mit Dirigent Jan Jäger auf Terrasse und im großen Gemeindehausgarten für Stimmung und musikalische Unterhaltung. 

Den liturgischen Abschluss bereicherte das ökumen. Gesangsensemble Cappella Chamäleon. Pfarrer Maisenbacher ließ in seiner Andacht nochmals kurz das Festwochenende Revue passieren. Es war viel los an diesem sonnigen und erlebnisreichen Wochenende. Aber auch zuvor. Der Kindergarten hat seit zwei Wochen ein nagelneues Büro, im Gemeindehaus sind das Lichtkreuz und der Handlauf am Eingang neu.

Mit den neuen Fenstern am Gemeindehaus und im Kindergarten kann endlich Anfang Oktober begonnen werden.

Etwas mehr als 250 fleißige Helfer waren am Festwochenende tätig, denen Maisenbacher herzlich dankte. Besonderer Dank galt Gemeindesekretärin Marianne Weller, die engagiert und ausdauernd mit der Fotogalerie der Konfirmandenjahrgänge beschäftigt war.

Elisabet Ablasser