Albzeit - Zeltkirche 2017 auf der Gerstetter Alb

Das Zelt steht dank vieler helfender Hände

Muskelkraft, aber auch Hebetechnik war vor der Eröffnung der Zeltkirche gefragt, als es darum ging zwei Tage lang eine ganze Zeltstadt auf dem Festplatzgelände im Osten der Georg-Fink-Halle aufzubauen. Bereits vor zwei Jahren hatten sich die Evangelischen  Kirchengemeinden Gerstetten, Dettingen, Gussenstadt und Heuchlingen-Heldenfingen zu diesem aufwändigen Projekt entschlossen und bereiteten seither in zahlreichen Teams dieses richtungsweisende Projekt der Albzeit-Zeltkirche gemeinsam vor. Als äußere Voraussetzung für den etwas ungewöhnlichen Ort der Wortverkündigung galt es ein sechs Meter hohes Großzelt mit Grundmaßen von 30 mal 20 Metern zu errichten. Zusammen mit Küchen-und Materialzelt, einem kleinen Kapellenraum und einem gleichfalls mit fester Stoffart überspannten Verpflegungszelt ließen die Helfer der vier Kirchengemeinden eine ganze Zeltstadt entstehen. Zwischen 25 und 30 Helfer standen Zeltmeister Martin Heubach (Rot am See) vom Amt für Missionarische Dienste der Württembergischen Landfeskirche beim Aufbau zur Seite. Für die filigraneren Arbeiten waren Frauen zur Stelle. Das bis zu 650 Personen fassende Hauptzelt kommt dank seiner freitragenden Konstruktion ohne Mittelmasten aus. Die Tragkonstruktion der Decke wird durch blaue Tücher verdeckt und unter diesem Zelthimmel sorgen 450 nagelneue Plastiksessel dafür, dass es die Besucher bequem haben. Der Fußboden erfüllt mit seinem Teppichboden die Ansprüche gehobener Campingkultur. Eine Klimaanlage kühlt oder wärmt immer dann, wenn es notwendig werden sollte. Zum Auftakt des Festes des Glaubens, das mit weit über 40 Veranstaltungen aufwarten wird, trafen sich die Helfer am Freitagabend zu einem Mitarbeitersendungsgottesdienst unter der Zeltkuppel. Geld wird in diesen 14 Tagen keines über den Tresen fließen. Wer kommt, wird umsonst verköstigt - darf aber gerne zur Deckung der erheblichen Umkosten etwas spenden, wenn er möchte.
Ulrich Bischoff (mit Ergänzungen des Pfarramtes Gerstetten)

Albzeit-Chor

Neben den Konzerten von Mike Müllerbauer sowie Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle wird die Albzeit gleich zum Auftakt der Zeltkirche ein besonderes musikalisches Schmankerl zur Eröffnung erleben. Seit drei Wochen proben mehr als 90 Sängerinnen und Sänger aus Gerstetten und der Region unter der Leitung von Michael Maisenbacher, studiertem Kirchenmusiker und Theologen, im Evangelischen Gemeindehaus Gerstetten, um für den Albzeit-Auftakt sowie das Freundschaftssingen der ortsansässigen Chöre (am Sonntag, 21. Mai um 19.30 Uhr) ein anspruchsvolles Programm zeitgenössischen Liedgutes einzustudieren. 

Schauen Sie doch einfach zum Albzeit-Auftakt am Sonntag, 14. Mai um 10.00 Uhr im Zelt der Landeskirche auf dem Gerstetter Festplatz (Friedrichstraße 45) vorbei und lassen Sie sich mitreißen von bewegender Chormusik eines so noch nie dagewesenen Chorprojektes. 

Im Anschluss an den Gottesdienst laden wir herzlich zum Mittagessen rund ums Zelt ein. Für die musikalische Unterhaltung sorgt der Musikverein Gussenstadt. 

Konzert mit Mike Müllerbauer am Samstag, 13.05.17

Ernster Inhalt, humorvoll verpackt: Kinderliedermacher Mike Müllerbauer sorgte bei seinem Mitmachkonzert zum Auftakt der Zeltkirche für Begeisterung. Zahlreiche Kinder waren gekommen, um den Sänger und Songwriter live zu erleben.

Dass Mike Müllerbauer ein großartiger Musiker ist, war gleich nach den ersten Takten klar. Seine Songs bewiesen Tiefgang, rissen mit, rockig zumeist, wild und sprühend vor Temperament und Lebensfreude. Dazu bot Müllerbauer einfühlsame Songtexte, oft überraschend und mit Humor gewürzt. Das kam auch bei den erwachsenen Zuhörern gut an.

Begleitet wurde Müllerbauer von Andy Doncic am Keyboard. Auf der Bühne gab außerdem Vortänzerin Celina Anregungen für passende Tanzschritte.

Doch das Besondere an diesem Konzert war nicht nur die Musik, sondern die Botschaft, die Mike Müllerbauer mit ihr transportierte. Müllerbauer hat die „Gute Nachricht“ in Noten verpackt, mit viel Humor und Kreativität.     

Müllerbauer gelang es mühelos, die Kinder und ihre erwachsenen Begleiter zu begeistern. Der 41-jährige ehemalige Pastor, Vater von zwei Kindern, verstand es, auf die vielen Kinder einzugehen und in seinen Liedern zu vermitteln, dass der Glaube an den liebenden Gott des Neuen Testaments das eigene Leben bereichern und eine Hilfe in Krisenzeiten sein kann.

Karin Lorenz

Matratzen im Anflug - Alblandgames am Samstag, 13.05.17

Wallende Bärte, wehende Kilt-Röcke, dazu raues Wetter und Dudelsackmusik. Eindeutig unter schottischem Einfluss stand Gerstetten, als am vergangenen Samstag, am ersten Tag der „Albzeit“, rings um die Zeltkirche zu den ersten Albland-Games geladen wurde. Beim „kleinen Bruder der Highland-Games“ gelte es, die „Elite der schwäbischen Alb“ zu finden, kommentierte Moderator David Rau.

Sechs Teams hatten sich angemeldet: vier Mannschaften aus Gerstetten, ein Team der Freiwilligen Feuerwehr Steinenkirch und die B’Singers Warriors aus Bissingen. Die meisten Teilnehmer traten in traditionellen Schottenröcken an, was die Jury mit Extrapunkten bewertete. Aber auch die Hühner-Tarnung der „Albgöggala“ bekam die höchste Outfit-Punktzahl.

Von Anfang an klar zu den Favoriten gehörte das A-Team, die spätere Siegermannschaft, mit Michael Herbinger, Hans Grüninger, Uwe Lanksweirt, Andreas Frank, Ralf Sprauer, Janine Rist und Wolfgang Mayer. Auf Platz zwei kamen die Ostalb Helmes. Platz drei ging an die Freiwillige Feuerwehr Steinenkirch. Die Hühner-Mannschaft kam auf den undankbaren vierten Platz, „Die Siedler“ auf Platz fünf, das Bissinger Team auf Platz sechs.

Acht Disziplinen galt es zu bewältigen, darunter Matratzen-Weitwurf, Melken, Wettsägen und Slalomlauf mit vier Meter langem Baumstamm auf den Schultern. Auch die Alb-Wippe, eine überdimensionale Waage, auf der das Gewicht des Teams mit Pflastersteinen aufgewogen werden musste, war besonderer Anziehungspunkt für die Zuschauer, die sich ebenso gut amüsierten, wie die Teilnehmer. Im Halbfinale war Wikingerschach angesagt, im Finalspiel stand Tauziehen auf dem Programm. Ausgedacht hatten sich die Disziplinen Theresa Kaiser, Verena Banzhaf und Jasmin Herbinger.

 „So etwas hatten wir noch nie“, fasste Martin Heubach schmunzelnd zusammen, der Diakon und Zeltmeister der Zeltkirche. Noch bis zum 28. Mai werden jeden Tag bis zu vier Veranstaltungen im und am Zelt auf dem Gerstetter Festplatz angeboten. 

Karin Lorenz

Volles Haus beim Auftaktgottesdienst der Albzeit am 14. Mai

Nach zielgruppenorientierten Veranstaltungen am Samstag fand am Sonntag, 14. Mai 2017 die erste Veranstaltung statt, welche sich an die gesamte Gemeinde richtete. Wobei Gemeinde hier die vier Evangelischen Kirchgengemeinden auf dem Gebiet der Gemeinde Gerstetten, aber auch jeden darüber hinaus meint.

Der geplante Beginn um 10 Uhr war nicht zu halten, da immer noch Leute hereinströmten und mehrfach nachgestuhlt werden musste bis schließlich knapp 600 Gottesdienstbesucher im Zelt der Albzeit-Zeltkirche Platz fanden. Nach Vorspiel und Begrüßung wurde gemeinsam das Albzeitlied „Aus den Dörfern und aus Städten/ Eingeladen zum Fest des Glaubens“ angestimmt. Später wurde das musikalische Kommando dann vom Albzeit-Projektchor übernommen, der mit seinen mehr als 90 Sängerinnen und Sängern teilweise Gänsehautatmosphäre verbreitete.

In einem Anspiel und der Predigt wurde das Thema des Gottesdienstes ausgebreitet: Nicht deine Fähigkeiten, deine Eigenschaften sind entscheidend, sondern „Du bist gewollt“. Es gibt einen Gott, der, wie ein Hirte sein Schaf, Menschen zwar in die Irre gehen lässt. Der ihm aber auch nachgeht und dabei bereit ist sein Leben für ihn einzusetzen. Es gibt einen Gott, der uns beides, Freiheit und Geborgenheit, schenkt.

Abgeschlossen wurde der Vormittag mit dem Start der Brieftauben durch Familie Wahl: Nicht nur das Symbol des Friedens, die weiße Taube, soll über der Zeltkirche schweben, sondern auch der göttliche Friede ganz real.

Umrahmt vom Musikverein Gussenstadt wurde dann, im mittlerweile umgebauten Zelt, gemeinsam zu Mittag gegessen.

Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle bei der Albzeit

Nachdem die Zeltkirche am Samstag mit zwei Programmpunkten für Kinder und (junge) Erwachsene gewissermaßen einen Frühstart hingelegt hatte, war der der erste Abend nach der offiziellen Eröffnung für „Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle“ reserviert. Deren Benny Jäger hatte in Gerstetten gewissermaßen ein Heimspiel, und man merkte es sowohl den Stumpfes als auch dem Publikum an, dass sie sich in der Zeltkirche auf dem Gerstetter Festplatz wohl fühlten.

Schon früh war im Zelt kaum mehr ein Platz zu bekommen, am Ende waren es mehr als 600 Besucher, die das Zelt füllten. Wie erwartet, boten die Stumpfes musikalische Comedy auf hohem Niveau – und natürlich auf Schwäbisch.

Gekonnt bewegten sich die vier Musiker in den unterschiedlichsten musikalischen Richtungen und Stilen. Manche bekannte Melodie tauchte mit einem neuem Text versehen auf und sorgte immer wieder für Begeisterungsstürme. Begeisternd war auch die musikalische Vielfalt der Künstler. Ob Saiten- oder Blasinstrument, Mundharmonika oder auch ein Spielzeug-Saxophon aus Plastik – jeder schien beinahe jedes Instrument zu beherrschen, und zum Teil wurden diese mitten im Stück gewechselt. Da man „kaum einen Schlagzeuger verhalten“ könne, wurde auch das Publikum für die Percussion miteinbezogen. Dies gehe aber nur mit fachkundigem Publikum – aber in Gerstetten hatten die Stumpfes zum Glück neben Hauptbahnhof und U-Bahn auch eine Musikhochschule ausgemacht, so dass sie sich sicher sein konnten, ein ausreichend taktfestes Publikum vor sich zu haben: „Wenn es hier klappt, dann klappt es überall.“

Meistens heiter und frei von jeglichem falschen Respekt, mitunter aber auch nachdenklich und tiefsinnig waren nicht nur die Musikstücke, sondern auch die Zwischenmoderationen.

Erst nach drei Zugaben verabschiedeten sich die Musiker per Handschlag von ihrem begeisterten Publikum.

Kinderzeit am Montag, 15. Mai 2017

Es war ein buntes Bild, das sich am Montagvormittag rund um die Zeltkirche und den Mehrgenerationenpark bot. Aus allen Richtungen kamen die Kinder der Gerstetten Kindergärten zum Festplatz, um gemeinsam einen Kindergartengottesdienst zu feiern. Für die Kinder aus den Teilorten war ein Bustransfer organisiert worden, die Kinder der Gerstetter Einrichtungen waren zu Fuß unterwegs. Am Eingang zum Themenpark wurden sie von Gudrun Eisner und ihrem Team empfangen. In der Mitte des großen Rondells standen Schüsseln mit Obst und Gemüse bereit, das fleißige Helferinnen schon früh am Morgen in mundgerechte Portionen geschnitten hatten. Auf dem asphaltierten Weg ließen sich die Kinder in kleinen Gruppen auf Fleecedecken zum Picknick nieder, die für jeden Kindergarten in einer eigenen Farbe beschafft worden waren.

Solchermaßen gestärkt, ging es dann ins Zelt, wo schon alles für den Gottesdienst vorbereitet war. Begleitet von Marie Pfifferling und Kirstin Hafner stimmten die Kinder in bekannte Lieder wie „Einfach spitze, dass du da bist“ ein, lernten aber gemeinsam auch ein neues Lied, das die gerade gehörte Geschichte von Abraham aufgriff. Gudrun Eisner und Bärbel Pötzl nahmen die Kinder mit auf den langen Weg, den Abraham zurücklegen musste, um in das von Gott verheißene Land zu gelangen. Spielerisch konnten die Kinder den Weg durch die Wüste mit ihren Gefahren, Sandstürmen, Hitze und Kälte, nachvollziehen, wobei aus den Picknickdecken kurzerhand schützende Zelte wurden

Im Nu war eine Stunde vergangen, und die rund 300 Kinder und ihre Erzieherinnen wurden mit dem von Pfarrer Rolf Wachter gesprochenen Segen wieder in ihre Einrichtungen entlassen. 

Abend der Retter am Montag, 15. Mai 2017

Ein Großaufgebot an Rettungskräften versammelte sich am Montagabend auf dem Festplatz in Gerstetten: Unter dem Motto „Jede Sekunde zählt“ stand bei der Zeltkirche ein Abend von und für Rettungskräfte auf dem Programm. DRK, Feuerwehr, DLRG und Notfallseelsorge informierten über ihre ehrenamtliche Arbeit. Bürgermeister Roland Polaschek, der sich auch als erster Vorsitzende für den DRK-Ortsvereins engagiert, sprach den Rettern im Namen der Gemeinde seinen Dank für ihren ehrenamtlichen Einsatz aus. Das Rettungswesen in Gerstetten könne man durchaus als vorbildlich bezeichnen. In einer von Volker Jäger anschließend moderierten Talkrunde sprachen der Kommandant der Gerstetter Freiwilligen Feuerwehr Michael Zimmermann, Georg Jäger, der zweite Vorsitzende der DRK-Ortsvereins, Notfallseelsorger Johannes Eckhardt und Andreas Hörmann vom Verein „Christen in der Feuerwehr“ aber auch über die psychische Belastung, die das Ehrenamt im Rettungsdienst mit sich bringt – und über die Hilfe, die der Glaube an Gott und das Gebet für die Retter dann bedeuten kann. Zum Abschluss gab Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert geistliche Impulse mit auf den Weg. (Karin Lorenz)

Play Luther am Dienstag, 16. Mai 2017

Das musikalische Theaterstück „Play Luther“ beleuchtete in der fast bis auf den letzten Platz besetzten Zeltkirche das Leben des Reformators mit einer ungewöhnlichen und nachdenklich stimmenden Inszenierung.

Lukas Ullrich und Till Beyerbach formten das Bild eines Mannes, der getrieben wird von Gottesangst und sich mit aller Kraft bemüht, die Gnade Gottes durch eigene Leistung zu erarbeiten. Doch Luther spürte: das wird ihm nicht gelingen, trotz aller Anstrengung. Diese Erkenntnis brachte ihn an den Rand der Verzweiflung.

Lukas Ullrich und Till Beyerbach spielten in schnellen Sequenzen und legten bei den Texten ein atemberaubendes Tempo vor. Dazwischen gab es alte Kirchenlieder, von Martin Luther selbst getextet, in moderner musikalischer Ummantelung, von Schlagzeug und Keyboard begleitet.

Den Schauspielern gelang es, allein mit ihren Stimmen, mit Mimik, Gestik und der eigenwilligen Poesie ihrer Texte jede optische Ausschmückung überflüssig zu machen.  

Fast die einzigen Requisiten waren Dreiecke aus Holz. Jeder prägende Moment, jedes neue Dogma, jede neue Erkenntnis im Leben Luthers ließ die Schauspieler zu einem weiteren Dreieck greifen. Die Dreiecke dienten als Baumaterial. Die Hölzer, eckig und sperrig jedes für sich allein, wuchsen zu einer runden Einheit. Es entstand eine übermannsgroße, begehbaren Kugel, die während der Wachstumsphase auch als einzige Kulisse auf der Bühne diente. 

Zu den dramatischen Höhepunkten gehörte die Gewitterszene, als Luther von einem schweren Unwetter überrascht wurde und gelobte, ins Kloster zu gehen. Ullrich und Beyerbach spielten hier beide zugleich die Rolle Luthers. Seite an Seite machten sie sein inneres Ringen erlebbar, die sich überstürzenden Gedanken, eine Mehrstimmigkeit fast bis zur Unerträglichkeit. Und dann der erlösende Beschluss: „Ich will Mönch werden“.

Das Stück warf auch Licht auf die dunklen Seiten des Reformators, als dieser sich lossagte von Gewaltlosigkeit und Toleranz, sich aussprach für die „Ausrottung der Juden“ und zum Mord an Moslems in Gottes Namen aufrief.

„Wenn du glaubst, dann stehst du in der Gnade des Herrn“, zitierte Beyerbach Luther auf der Bühne. „Wenn du glaubst, dann handle auch nach der Maxime deines Herrn“, fügten die Schauspieler hinzu.

„Was bleibt?“, fragten die Künstler zum Schluss und ließen das Stück fast unmerklich zu Ende gehen. Zum begeisterten Schlussapplaus erhoben sich zahlreiche Zuschauer von den Stühlen, um den Künstlern Respekt zu zollen für ein wahrlich ungewöhnliches Werk.

Karin Lorenz

Käthes Tischreden - Frauenfrühstück mit Monika Bugala (17. Mai)

Mit so vielen Gästen hatte man nicht gerechnet: Für 170 Personen waren die Tische gedeckt beim Frauenfrühstück in der Gerstetter Zeltkirche. Die Plätze waren rasch besetzt. Weiter Stühle und Tische wurden herbeigeschafft. Am Ende waren es über 250 Frauen, die zum Ein-Frau-Theaterstück „Die Tischreden der Katharina Luther“ gekommen waren. Luthers Ehefrau, geborene Katharina von Bora, wurde von der Vöhringer Schauspielerin Monika Bugala gespielt, die dieser Rolle mit viel Ruhe und einer selbstbewussten Ausstrahlung Glaubwürdigkeit verlieh.

Es war eine interessante Biographie, in die Monika Bugala erst in einem Referat, dann im Theaterstück der Autorin Christine Brückner Einblick gab. Leicht zu spielen war die Rolle nicht. Es galt für die Schauspielerin, Gespräche mit einem unsichtbaren Gegenüber zu führen. Doch mit ihrer natürlichen Ausdruckskraft, die keiner großen Gesten bedurfte, gelang es der Darstellerin, vergessen zu machen, dass der Stuhl am Kopf des Tisches, zu dem sie sprach, leer war. Erstaunlich klar und einfühlsam nahm Monika Bugala mit hinein in die Gespräche, obwohl es immer nur Katharinas Stimme ist, die für das Publikum hörbar wird. Das Publikum erhielt Einblick in die Diskussionen über Themen aus dem Alltag der Eheleute, über Glaubens- und Wirtschaftsprobleme.

Monika Bugala gelang es, den starken Charakter von Luthers Partnerin herauszuarbeiten, die sich mutig über Regeln ihrer Zeit hinweggesetzt hatte.

Karin Lorenz

„Käthe Luther – eine Frau springt aus dem Rahmen“

Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte Andrea Gunsilius im Zelt rund 250 Frauen sowie die Referentin Frau Monika Bugala, die extra zu dieser Veranstaltung aus Vöhringen bei Rottweil angereist war.

Frau Bugala hat sich tief in die Zeit der Reformation und vor allem in die Person und das Leben von  Katharina Luther hineinversetzt.

Katharina von Bora, geboren 1499, war eine sächsische Landadlige, die nach dem frühen Tod der Mutter im Alter von 6 Jahren und wegen der schweren finanziellen Lage der Familie vom Vater in einer Klosterschule abgegeben wurde. Sie genoss dort eine sehr gute Ausbildung, lernte Lesen und Schreiben und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge. Es gelang ihr, Schriften Martin Luthers ins Kloster einzuschmuggeln, die sie und einige ihrer Mitschwestern gierig verschlangen. Diese Schriften weckten in ihr den unbändigen Wunsch, den Zwängen und Bürden des Klosterlebens den Rücken zu kehren, um ein gottgefälliges Leben außerhalb dieser Mauern zu leben. Im Alter von 23 Jahren gelang ihr und einigen Mitschwestern die Flucht aus dem Kloster auf einem Wagen hinter Heringsfässern versteckt. Die Frauen kamen bis nach Wittenberg, wo Martin Luther sie aufnahm und in den Häusern seiner Freunde versorgte und ihnen „ehrenwerte“ Männer als Ehemänner und Ernährer vermittelte. Katharina konnte sich – wenn überhaupt – nur vorstellen Martin Luther selbst zu heiraten und hat ihm einen entsprechenden Vorschlag gemacht, den er auch angenommen hat. Die beiden heirateten im Frühsommer des Jahres 1525.

Katharina brachte Ordnung in Martin Luthers chaotischen Haushalt im ehemaligen Augustinerkloster. Geld war nie vorhanden, Luther gab großzügig an Bettler und Hilfesuchende. Katharina übernahm die Herrschaft über Haus und Hof, machte aus dem Mönchsfriedhof einen Kräuter- und Gemüsegarten. Sie braute Bier, betrieb eine Landwirtschaft und Obstanbau sowie einen eigenen Fischteich und errichtete somit einen prosperierenden Betrieb. Die ständig anwesenden Besucher und Gäste – auch die eigene inzwischen große Familie – konnten hiermit gut versorgt werden.

Aufgrund ihrer Fähigkeiten zur Organisation und der betriebswirtschaftlichen und finanziellen Abläufe nannte Martin Luther seine Frau gerne scherzhaft liebevoll oft „mein Herr Käthe“. Katharina Luther betreute auch den finanziellen Teil zu Drucklegungen der Lutherschriften und erwarb sich Respekt und Anerkennung in geistreichen und schlagfertigen Beiträgen zu Tischgesprächen und in Briefen.

Im zweiten Teil ihres Vortrages gestaltete Frau Bugala diese Tischreden der Katharina Luther wie sie hätten sein können – der Wortlaut ist nicht überliefert – sehr akzentuiert und hervorragend in einem kurzweiligen „Ein-Frau-Theaterstück“.

Frau Bugala zeichnete ein sehr lebendiges und anschauliches Bild von Katharina Luther, einer Frau, die wahrlich den Rahmen der damaligen Zeit sprengte und zu Recht als eine der großen Vorkämpferinnen der Frauenrechte zu bezeichnen ist.

Allen Mitwirkenden des Frauenfrühstücks und vor allem der ausgezeichneten Referentin verdanken wir einen besinnlichen und auch heiteren Vormittag.

Monika Jäger

Beim Schnuppernachmittag waren ca. 40 Kinder und Jugendliche, sowie ein paar Erwachsene in der Zeltkirche dabei. Nachdem die Trainer und Teilnehmer  von Hans Wörner im Zelt begrüßt wurden, ging es um die Gruppeneinteilung. Zuerst haben sich sieben Kinder zum Tennis beim Tennisclub Gerstetten unter Leitung von

Timo Thierer gemeldet. Danach gingen einige Kinder und Jugendliche bei sehr schönem Wetter mit Rolf Grimm auf den Beachvolleyplatz, direkt neben dem Festgelände. Sieben Kinder spielten mit Bernd Schlögel  vom Vfl Gerstetten auf dem Bolzplatz Fußball. Und im großen Zelt  blieb eine Gruppe von 10 Personen zum Zumba –Workshop unter Leitung von Carolin Wannenwetsch und Lili Slimi zusammen.

Die gute Musik lockt auch Besucher des nahegelegenen Pflegeheimes zum Besuch an und so ergab sich die schöne Situation, dass Jung und Alt sich am Rhythmus der Zumba-Musik erfreuten und großen Spaß bei der Bewegung hatten. Herzlichen Dank für die Unterstützung der Vereine.

Hans Wörner

Männerfrühstück mit Uwe Meinhardt am Donnerstag, 18. Mai

Foto: U. Bischoff

Uwe Meinhardt aus Dettingen avancierte bei der der Bundeswehr zum Hauptmann, erkannte in seiner Dienstzeit jedoch, dass ihm das Militärische „nicht so lag“. Er  nutzte die Zeit  und studierte Pädagogik. Bis zu seinem Ruhestand war der Vater dreier Kinder   25 Jahre lang Personalleiter eines großen Heidenheimer Industrieunternehmens. Seit 2015 ist Meinhardt selbstständiger Männerberater und Dozent in Ulm. Ihn hatte die Zeltkirche am 18. Mai  für ein Frühstück im Zelt gewinnen können, an dem etwa 80 Männer im gestandenen Alter teilnahmen. Auf das vorgegebene Thema „Lebenskrisen“ hatte sich Mainhardt gründlich vorbereitet. Mit den für gereifte Männer typischen Wanderutensilien  wie , Stöcke, Stiefel,  Filzhüte und Rucksäcken hatte Meinhardt zuvor die Tribühne anschaulich dekoriert, eh er sich den Krisen zuwandte „die fast jeden in seinem Leben einmal treffen“. Mobbing im Beruf, Stress in der Ehe oder auch gesundheitliche Beeinträchtigungen können Männer gehörig aus der Bahn werfen. Ratschläge guter Freunde, wie „das wird schon wieder werden“, „Ohren steifhalten“ oder „das hatte ich alles auch schon“ sind für Meinhardt in solchen Situationen wertlose Worthülsen. Krisen  gelte es  durchzustehen , das Chaos der Gefühle auszuhalten, Schmerz zuzulassen und eigene Fehler selbstkritisch zu erkennen. Erst wenn diese Stadien einer Krise durchlitten seien, ist für Meinhardt die Chance eines Neustarts möglich. Schwer zu verkraften sei der Verlust besonders nahestehender Menschen. Hilfreich  sei in solchen Krisen der geistige Austausch mit vertrauenswürdigen Freunden. Im Gespräch mit ihnen könne es zu Schuldeingeständnissen kommen. Auch gelte es den Wert eingefahrener Gewohnheiten zu überdenken. Wer in Gefahr sei, dem Teufelskreis nicht mehr zu entrinnen, sollte sich professioneller Hilfe nicht verschließen. Der christliche Glaube und das Wissen „um einen höheren Plan“ könne, so Meinhardt , Kraft und Mut zum Weiterleben vermitteln.

Ulrich Bischoff

Besuch vom Alt-Landesbischof am 18. Mai 2017

Alt-Landesbischof Dr. Gerhard Maier war am gestrigen Donnerstagnachmittag zu Gast bei der „Albzeit“ in der Zeltkirche auf dem Gerstetter Festplatz. Voll besetzt war die Zeltkirche, als der Ehrengast den Gemeinde- und Seniorennachmittag mit einer Andacht eröffnete. Dr. Gerhard Maier war von 2001 bis 2005 Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und ehemaliger Prälat des Sprengels Ulm. In einem Referat nach Kaffee und Kuchen gab er einen Aus- und Rückblick auf die Kirche im Jahr des Reformationsjubiläums. 

Karin Lorenz

Politik und Kirche - Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl

Eine Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl gab es am Donnerstagabend in der Zeltkirche in Gerstetten. Vertreter der sechs Parteien, die laut aktuellen Umfragen im Bundestag vertreten wären, standen Moderator Kirchenrat Volker Steinbrecher Rede und Antwort. Zu den Diskussionsteilnehmern, die alle als Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim antreten, gehörten: Magnus Welsch (CDU), Leni Breymeier (SPD), Margit Stumpp (Die Grünen), Silke Leber (FDP), Saskia Jürgens (Die Linke) und Ruben Rupp (AfD).

Margit Stumpp lagen die Themen Krankenhausversorgung und Breitbandausbau besonders am Herzen. Auch Silke Leber will sich besonders für die Glasfaserversorgung einsetzen, außerdem für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Saskia Jürgens sieht ihre Aufgabe in der Förderung des sozialen Wohnungsbaus und dem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Ruben Rupp will sich für eine Entlastung der mittleren und kleinen Einkommen sowie der Unternehmen einsetzen und für eine Rückkehr zum alten, dreigliedrigen Schulsystem. Magnus Welsch betonte, dass die CDU hinsichtlich der digitalen Infrastruktur und der Verkehrssituation schon viel getan habe und weiter tun werde.

Leni Breymaier will sich ebenfalls für den Breitbandausbau engagieren, außerdem für bessere Zugverbindungen und eine gerechtere Altersversorgung. Diskutiert wurde auch über Flüchtlingspolitik, Energiewende und die Rolle der Kirche in der Gesellschaft. (Karin Lorenz)

Kreuz im Nebel - hAlb Brass hAlb Rock am Freitag, 19. Mai

Die beiden besten Bands von Bandlift 2016 waren zu Gast bei „Albzeit“: Das Tabula Rasa Orchestra und Dickes Gebäude brachten die Zeltkirche zum Beben.

Das Tabula Rasa Orchestra machte den Auftakt. Die sechs Jungs auf der Bühne wippten, hüpften und drehten sich mit ihren Instrumenten, brachten Karibik-Feeling auf die Alb. Und ansteckend gute Laune. Spätestens nach dem dritten Song wippten selbst die Bewegungsmuffel in den hinteren Reihen mit. Die eigenwillige Mischung aus Reggae, Rock, Swing, Ska und eine Prise Jazz und Schlager ließ keine andere Wahl. 

Sänger Johannes Maurer gelang es, das Publikum von Anfang an voll einzubinden. Das Tabula Rasa Orchestra ist ja ohnehin bestens bekannt in Gerstetten. Im vergangenen Jahr spielten sie sich auf Platz zwei beim Bandlift-Festival, nur knapp geschlagen von "Dickes Gebäude".

Während die Musiker von "Dickes Gebäude" aus dem Kölner Raum anreisten, war der Anfahrtsweg für das Tabula Rasa Orchestra aus Schwäbisch Gmünd bedeutend kürzer. Saxophonist Christian Ostertag stammt aus dem benachbarten Dettingen. Trompeter Damir Meta kommt aus Gerstetten selbst. Er bekam einen Extra-Applaus - verdient. Die Trompetenparts sind unzweifelhaft ein wesentliches Element dieser außergewöhnlichen Band.    

Doch Bühne frei für den Bandlift-Gewinner: Dickes Gebäude. Im Gepäck: knallharter deutscher Rock, Metall-Crossover und Elektronik. Nicht im Gepäck waren diesmal allerdings die Markenzeichen der Band: die mit LED-Technik ausgestatteten Latzhosen. Auf sie verzichtete Dickes Gebäude in Gerstetten.

Doch auch ohne Latzhose: Die Band rockte das Publikum. Der Bass brachte die Luft zum Vibrieren. Es dürfte das erste Mal sein, dass diese Band sich die Bühne teilte mit einem großen Kreuz. Die Band spielte lautstark an gegen Afd, Pediga, gegen Kleingeist und Spießbürgertum.  "Was geht dich mein Leben an" und "Halt dein Maul", brüllte Jakob Kutter seine Texte ins Mikrophon. In den dicken Kunstnebelschwaden wurde das Kreuz unsichtbar. Was dem Auftritt eine ungeplante Tiefgründigkeit verpasste: Auch bei schwierigen Sichtverhältnissen bleibt die Gnade Gottes doch immer gegenwärtig, könnte das heißen. Nur einen Schritt entfernt von Kutter. Eine gelungene, zufällige Inszenierung. Besser noch als Latzhose. (Karin Lorenz)

Das große Bubbeln - Bubble-Soccer-Turnier am 20. Mai

Menschen, die in Kugeln durch die Turnhalle kugeln: Lustige Szenen gab es zu sehen beim Bubble-Soccer-Turnier der Zeltkirche „Albzeit“ am Samstag. Die Spieler, verpackt in aufgeblasene, über zehn Kilo schwere Luftkugeln, bemühten sich, einen weichen Fußball ins gegnerische Tor zu befördern. Dabei durfte kräftig gerammt und „umgebubbelt“ werden. Das Turnier war vom Jugendteam der Zeltkirche ausgerichtet worden und kam gut an: rund 90 Jugendliche und Erwachsene hatten sich als Teilnehmer angemeldet, die Teams kamen sogar aus benachbarten Landkreisen. Dazu nutzten viele Besucher den Tag über die Gelegenheit, das Spektakel mit anzusehen. Gegen die starke Konkurrenz durchsetzen konnte sich die Mannschaft „Birds Wild“ der CVJM Heidenheim in der Seniorenklasse, bei den Jugendlichen gewannen „Sieben Kurze“ aus Dettingen. (Karin Lorenz)

Wanderzeit mit B. Zeh und W. Münkle (Samstag, 20. Mai 2017)

Etwa 75 Wanderer hatten sich am 20. Mai auf den Weg nach Erpfenhausen gemacht .Das Kirchenwegle, den früher die Erpfenhausener Bauern beschritten, um den Gottesdienst in der Gerstetter Michaelskirche zu besuchen , hatte Werner Münkle von der Ortsgruppe des SAV Gerstetten für den beschaulichen Ausflug ins Grüne ausgesucht. Erpfenhausen aber war für die Organisatoren der Zeltkirche nicht nur wegen des Kirchenwegles interessant. 1860 hob der Mäderwirt in seinem Garten Baumlöcher aus und stieß dabei auf ein 68 Millimeter großes Kruzifix aus Bronzeguss. Zur Begutachtung übergab der Wirt das Fundstück einem Förster , der die Figur  für wertvoll hielt und sie  1862 dem Landesmuseum als Geschenk überließ. Dort wird der „Kleine Christus“ aus Erpfenhausen seither unter der Nummer 396 verwahrt. Franz Smerdka hatte den kirchengeschichtlich bedeutsamen Fund 1971 in Tübingen wieder entdeckt. Zumindest auf der Ostalb gebe es kein vergleichbares Kunstwerk, urteilen die Frühgeschichtler. Der Tübinger Wissenschaftler Dr. Heribert Meurer  datiert die Entstehung der Figur ins Jahr 1150. Sie könnte  einem Vortragekreuz entstammen und könnte zur Altarausstattung des früheren Erpfenhauser Kirchleins gehört haben. Dem Gekreuzigten fehlen Arme und Beine. Der Deutung, die stark abgegriffene Christusfigur habe jemand ein Leben lang in der Hosentasche herumgetragen, wobei sie Arme und Beine verlor, fügte Pfarrer i.R. Bernhard Zeh am Samstag eine weitere Erklärung hinzu. Neben dem Verlust von Armen und Beinen trägt Christus keine Dornenkrone, sondern nach alter germanischer Auffassung eine richtige Krone. Bernhard Zeh vermutet, dass der Künstler Christus als Sieger darstellen wollte und Arme und Beine deshalb wegließ, weil er die schändlichen Wundmale nicht darstellen wollte. Seiner Betrachtung über die Christusfigur fügte der Geistliche Gedanken zu Martin Luther und der Reformation hinzu. Die Absicht, die Kirche zu spalten, habe Luther ursprünglich nie verfolgt. (Ulrich Bischoff).

Heimatabend am Samstag, 20. Mai 2017

Hier wird „schwäbisch g`schwätzt und au g`songa“ und das durften die sehr vielen Besucher an diesem Samstagabend auch erwarten.

Heute schon gelacht? Einen Abend mit viel Humor und Gesang organisierte Pfarrer Hans-Ulrich Bosch zusammen mit den Interpreten – Theaterspieler aus Gussenstatt und Heuchlingen und den Dettinger Albkosaken.

Die beiden Moderatoren Volker Jäger und David Rau führten geschickt durch das Programm und waren dabei auffällig sachkundig. Mit „Willkommen liebe Freunde“ begrüßten die Albkosaken die Besucher und ließen in ihrem unverwechselbaren „Outfit“ Original russisches Hemd und Eisbärenfell-Mütze noch zwei Kosakenlieder folgen.

Und dann ging es weiter wie im richtigen Leben: Der Podestlesma aus Gussenstatt brachte auf eigenartige Weise seine Ehe wieder in Ordnung; dagegen riet ein Arzt ebenfalls aus Gussenstatt eher zur Ehescheidung. Die beiden „Ratschkacheln“, Marianne und Monika aus Heuchlingen sorgten mit ihren „Gags“ für Heiterkeit und erhielten dafür reichen Beifall.

Dann wurde die „Fernseh- Quiz-Sendung“ zugeschaltet. Das Anspielteam: Woran erkennt man einen Christ? Mancher Besucher überlegte sich: Wie würde ich mich verhalten?

Zeltpfarrer Thomas Wingert weiß wie er seine „Schäfchen“ erreicht! Nicht durch langathmige Predigen, sondern an diesem Abend durch drei Kurze Impulse. (Hans Hayer)

Ein musikalischer Gottesdienst zur (H)albzeit der Albzeit

Das Motto des besonders musikalischen Gottesdienstes zur Halbzeit der Albzeit lautet „(H)alb-Zeit“. Es war ein äußerst abwechslungsreicher Gottesdienst zusammen mit dem Posaunenchor Gerstetten, der ökumenischen Chorformation „Cappella Chamäleon“ sowie den Special Guest der Gerstetter Irish-Folk-Formation „Glasmost“ und vielen, vielen Gottesdienstbesuchern. Das Zelt war voll besetzt. Pfarrer Bosch zeigte auf, was Lebenszeit ist. Das Märchen der Brüder Grimm bot eine scherzhafte, aber plausible Erklärung für die verschiedenen Phasen der dem Menschen typischerweise zu bemessenen Lebenszeit. Die Predigt mit Pfarrer Maisenbacher ging über Prediger 3, 1-12. „Alles hat seine Zeit“, so lautet ein geflügeltes Wort. Es gibt passende und unpassende Zeiten für bestimmte Dinge oder Vorhaben, es gibt gute und schlechte Zeiten. Die Zeit ist im Fluss, alles ist vergänglich. Altes geht und Neues kommt – alles hat seine Zeit. Das Sprichwort stammt aus der Bibel, im Alten Testament in einem Gedicht von Prediger Salomon festgehalten. Es ist ein   philosophisches Buch der Bibel, in dem der Prediger grundsätzliche Betrachtungen über die Welt, über den Menschen und über das Leben anstellt. Die Zeit ist ein Geschenk, ein Geschenk Gottes. Die wichtigste Aussage in dem Gedicht beim Prediger: Keiner von uns konnte den Zeitpunkt seiner Geburt bestimmen und keiner wann er stirbt. Gott ist es, der uns zu einem bestimmten Zeitpunkt das Leben schenkt. Zeit ist ein Geheimnis. Wenn wir sie verschenken, dann gewinnen wir sie. Zeit ist nach biblischen Maßstäben etwas, was man nur einmal hat, etwas, das nie wieder zurückkommt. Die Zeit ist einmalig, ist unbezahlbar. Sie vergeht wie in einer Sanduhr und wir sollten sie mit Sinn und Leben füllen. Bestimmen wir selbst den Umgang mit ihr oder sind wir fremdbestimmt. Wie es oftmals aussieht, bringt der Berliner Liedermacher Bernd Schöne in seinem Lied „Ganz einfach“ zum Ausdruck. Alles hat seine Zeit enthält den Rat an uns: nimm die Dinge einigermaßen ernst und widme dich ihnen nacheinander. Gut tut es, wenn man beim Musikhören die Musik wahrnimmt und beim Spazieren Zeit hat, die Natur anzuschauen. Alle hat Gott so gemacht, dass es schön ist zu seiner Zeit. Knapp wird die Zeit, wenn man sie als eigenen Besitz betrachten. Wie kann man sein kleines Glück entdecken? Der Psalmbeter setzt seinen Glauben entgegen. Wenn sich Beides die Waage hält, dann sind wir glücklich, wobei der Glaube das entscheidende Gewicht ist. Man muss nicht alles alleine können, Gott steht uns bei. „An Irish Blessing“ mit Glasmost und Chamäleon beendete den Gottesdienst. (E. Ablasser)

Flugzeit am Sonntag, 21. Mai 2017

Die Dettinger Albkapelle spielte zur Mittagszeit im Zelt zur Unterhaltung und vor dem Zelt präsentierte der Flugsportverein Gerstetten einen Segelflieger. Er hatte eine Spannweite von 18 Metern. Der Segelflieger wurde in stabiler Lage fixiert, so dass man einsteigen und nachempfinden konnte, wie man sich als angehender Pilot so fühlt. Die verschiedenen Instrumente wie das Höhen- und das Variometer wurden gerne erklärt. Mit dem Steuerknüppel wird das Quer- und Seitenruder bewegt, wodurch man  schöne Kurven fliegen kann. Mancher und das vor allem Jugendliche setzten sich interessiert auch ins Cockpit. Bereits mit 14 Jahren kann man an den Lehrgängen teilnehmen. Die Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil. Wer eine Segelflugzeuglizenz erwirbt, hat auch gleichzeitig viel für sein Leben gelernt, wie Teamgeist, Umsicht, Disziplin Verantwortungsbewusstsein. (E. Ablasser)       

Konzert-Zeit - Junge Könner musizieren im Zelt (So, 21. Mai)

Die Nachwuchskünstler der Gerstetter Musikschule präsentierten ein gemischtes Programm aus sämtlichen Stilrichtungen und Instrumentengattungen. Unter dem großen Zeltdach war das Spielen  etwas anders als im gewohnten Stucksaal. Von vielen Strahlen wurden die jungen Musiker  angestrahlt und überall waren Mikrophone installiert. Das Querbeet-Orchester machte den Auftakt und die Gäste lauschten den jungen Künstlern gespannt. Nach jedem der weiteren 15 Auftritte gab es anerkennenden Beifall.  Dass die Qualität der geleisteten Arbeit wieder einmal auf eindrückliche Art bestätigt wurde, freute nicht nur Musikschulleiter Thomas Neumann. Hochkonzentriert spielten die Jugendlichen mal begeleitet von Lehrern oder im Ensemble. Im kurzweiligen 90 Minuten – Programm musizierten die jungen Künstler auf der Geige, Klavier, Cello, Saxophone, Blockflöten, Querflöte, Blechblasinstrumenten, Gitarren. Das Lokal-Ensemble mit dem Frühlingsgruß von Robert Schumann schloss den Bogen der musikalischen Darbietungen passend zu der Jahreszeit am Sonntagnachmittag. Das Forum in der Zeltkirche war prima. Es waren tolle Auftritte. Man hörte Stücke zum ersten Mal, andere waren bekannt. Der Mix auch bei den Stilrichtungen machte den Nachmittag besonders, aber auch  die herzerfrischenden, unbekümmerten Akteure mit ihrem zum Teil erstaunlichem Können. Beim Bundeswettbewerb spielt demnächst das Blockflötenduo, nachdem es erster Preisträger in Baden-Württemberg wurde (Alt-und Tenorblockflöte). Es gab eine   tolle Kostprobe aus ihrem eingeübten Stück. (E. Ablasser) 

Abend der Chöre am Sonntag, 21. Mai 2017

Am Sonntag, 21. Mai feierte die Albzeit-Zeltkirche Halbzeit und durfte beim Abend der Chöre bereits den 7.500sten Besucher im Zelt auf dem Gerstetter Festplatz begrüßen. 

Nachdem bereits der gesamte Sonntag mit einem besonders musikalischen Gottesdienst, bei dem der Gerstetter Posaunenchor, die ökumenische Gesangsformation "Cappella Chamäleon" und "Glasmost" für überaus abwechslungsreiche Musik gesorgt hatten, sowie einem Podiumskonzert der Musikschule Gerstetten und dem Abschlusskonzert des Kinderchorprojektes der EmK Gerstetten (Bilder s. oben letzte Zeile), ganz im Zeichen der Musik gestanden hatte, folgte am Abend dann mit dem Freundschaftssingen der ortsansässigen Chöre der krönende Abschluss dieses besonderen Zeltkirchentages, an dem sich die Veranstalter der Albzeit über insgesamt 1.500 Besucherinnen und Besucher freuen durften. 

Sechs Chöre hatten sich ins Zelt aufgemacht und sorgten in dem zweistündigen Programm mit einer bunten Mischung aus klassichem wie modernem, geistlichem und weltlichem Repertoire für gute Unterhaltung und eine ausgelassene Atmosphäre im bis auf den letzten Platz besetzen Zelt auf dem Festplatz. 

Nach dem gemeinsam gesungenen Zeltkirchenlied "Aus den Dörfern und aus Städten" wurde der Chorreigen durch den local Player Nota Bene eröffnet. Es folgten die Chorgemeinschaft Dettingen-Heuchlingen, sowie der Liederkranz Gussenstadt mit bekannten Ohrwürmern. Nach einer kurzen Pause, in der der TSV Dettingen die zahlreichen Besucher gekonnt verköstigte, folgten der Liederkranz Heldenfingen samt seiner jungen Chorformation "People in Motion".

Den Abschluss bildete dann ein besonderes Chorprojekt: der Albzeit-Chor, der mit seinen mehr als 90 Sängerinnen und Sängern innerhalb kürzester Zeit zu einer erstaunlich homogenen Einheit zusammengewachsen war und trotz der schwierigen Akkustik im Zelt für Gänsehaut-Feeling sorgte.

Nach mehr als zwei Stunden voller Musik bedankte sich Moderator Basti Jäger bei allen Beteiligten und überreichte den teilnehmenden Chören jeweils einen Mini-Meter von Ritter Sport. 

Zeit zum Lachen mit Inge Grein-Feil (Mo, 22. Mai 2017)

Auch am Montagabend war das Zelt mit mehr als 300 Besuchern wieder gut gefüllt. Und diese wurden nicht enttäuscht. Inge Grein Feil und die Schlagwerker boten ein sehr ansprechendes Programm und begeisterten das Publikum.

Eröffnet wurde dieser Abend durch die inklusive Musikgruppe „Schlagwerker“ aus Giengen. Diese vereint unter der Leitung von Werner Kopeczki seit 10 Jahren Menschen mit und ohne Handicap beim gemeinsamen Musizieren. Mit selbst geschriebenen Titel, aber auch mit Klassikern wie „Summertime“ oder „Sunny“ begeisterten sie das Publikum komplett.

Inge Grein-Feil, die bekannte Gründerin der Aktion „Freunde schaffen Freude“, konnte durch ihren Vortrag zum Thema „Lachen ist gesund, aber…“ die Besucher schnell in ihren Bann ziehen. Gewohnt virtuos beschrieb sie, wie Humor in allen Lebensbereichen unser Leben bereichert und glücklicher macht. Auch die schwierigen Lebensphasen wurden von ihr, die ja auch als Kliniksclown mit zum Teil schwerstkranken Kindern arbeitet, nicht ausgespart.

Frau Grein-Feil beschrieb auch, wie sie zum Glauben gekommen ist und machte Mut, dass auch gerade gläubige Menschen fröhlich sein sollen.

Bei mildem Wetter und in guter Stimmung saßen viele der Besucher anschließend noch lange Zeit im Zelt und ließen diesen schönen Abend nach klingen. (U. Rißmann)

Albgala mit Flashmob am Dienstag, 23. Mai 2017

Mit einem Tanz-Flashmob begann die Albgala in der Zeltkirche. Anschließend führte die Moderatorin Claudia Hirschle aus Dettingen erfrischend und abwechslungsreich durch das Programm.

Unter der Leitung von Helga Muth zeigten die Turnermädchen des TSV Heuchlingen ihr Repertoire am Boden, gefolgt von spektakulären Sprüngen am Trampolin. Mitklatschen konnte man beim sensomotorischen Training mit dem Pezziball, welches die Jugendlichen der Breitensportgruppe des TSV Gussenstadt mit viel Spaß bei der Sache vortrugen. Die Showgruppe „Dancing Beat“ des Tanzsportvereins Gerstetten unter Leitung der 17-jährigen Julia Kölle, haben ihren Schwerpunkt im Hip-Hop Tanzen, Video-Clip und Street Dance. Sie bereicherten den Abend gekonnt mit zwei Tänzen aus ihrem Repertoire. Eigens für besondere Gelegenheiten gründete Marina Bosch vom TSV Gussenstadt die Showgruppe „Drums Alive“. Mit pulsierendem Trommelrhythmus und beachtlicher Ausdauer begeisterte die bunt gemischte Gruppe das Publikum. Die drei wichtigsten Regeln des Salsa (1. der Mann führt, 2. ...der Mann führt und 3. der Mann führt und die Frau lächelt ihn dabei an) brachte die Salsagruppe des Tanzsportvereins den Zuschauern näher. Temperamentvoll und mit einem Hauch Erotik zeigten die Tänzer viel Lebensfreude und machten durch ihre Salsa und Bachata Lust auf mehr. Mit Frau Juliane Jersak, Pfarrerin und Tänzerin, wurde perfekt die Überleitung zum geistlichen Impuls des Abends eingeleitet: Nach welcher Melodie des Lebens tanzen wir, wie können sich Glaubenserfahrungen im Tanzen ausdrücken? Juliane Jersak ließ die Menschen im Zelt diesen Impuls von Zeltpfarrer Wingert mit ihrem einfühlsamen, sehr ästhetischen Ausdruckstanz, auf intensive Weise miterleben. Zum Abschluss des Abends brachte die Showgruppe „7 Zwerge“  des RSV Heuchlingen die Zuschauer herzlich zum Lachen mit ihren gelungenen Kostümen und ihrem sportlich-drolligen Auftritt. Sogar eine Zugabe konnten sich die begeisterten Zuschauer ergattern. Ganz herzlichen Dank an Frau Jersak und alle vorführenden Vereine die mit ihrem außergewöhnliches Engagement die Albgala zu einem rundum gelungenen Abend gemacht haben. Ein großes Dankeschön auch an die drei Interviewpartner Andreas Mauthner, Rainer Scholz und Susan Griesbach, die uns Einblicke zur Bedeutung des Sports in ihrem Leben gaben. (M. Hornung)

Mehr als 2.000 Besucher am Himmelfahrtstag bei der Albzeit

Unter dem Motto "Bikers Welcome" stand der erste Teil des Himmelfahrtstages, der mit einem beeindruckenden Gottesdienst im vollen Zelt begann. Neben der Gerstetter Brass-Formation, die in erfrischender Weise das Zelt zum Klingen brachte, hatten sich mit Prälatin Gabriele Wulz, die es sich trotz diverser Verpflichtungen beim Berliner Kirchentag nicht hat nehmen lassen, den Gottesdienst in Gerstetten mitzufeiern, sowie dem mehrfachen deutschen Meister und Vize-Weltmeister im Sidecar, Thomas Weinmann, zwei besondere Gäste zum Bikergottesdienst auf dem Gerstetter Festplatz angekündigt. 

Im Gottesdienst, der liturgisch wie musikalisch von Pfarrer Maisenbacher samt seinem Gerstetter Team gestaltet wurde, kam es zu gleich zwei großen Überraschungsmomenten: Zum einen stellte Prälatin Wulz während des Anspiels spontan einem der Schauspieler ihren Talar samt Prälatinnenkreuz zur Verfügung, zum anderen fuhren Thomas Weinmann und Martin Heubach vor den verdutzten Gottesdienstbesuchern im Sidecar in das Zelt ein. 

Prälatin Gabriele Wulz zeigte sich angesichts der großen Besucherzahl überwältigt, sprach von einem kleinen Kirchentag und verstand es in ihrer Predigt über 1 Könige 8,27 hervorragend, den Zuhörern näher zu bringen, dass Gott - so sehr wir uns auch danach sehnen - sich einfach nicht fassen lässt. Auch  Thomas Weinmann bekannte sich zum Glauben. Ihm war vor jedem seiner vielen Rennen bewusst, „dass er nur unter dem göttlichen Segen und der Gnade der Bewahrung“ an den Start gehen könne. Beeindruckend für ihn war es, dass er überall auf der Welt freundliche Aufnahme gefunden habe. 

Im Anschluss an den eindrücklichen Gottesdienst konnten sich Zweiradfahrer und andere im Kapellenzelt von Zeltmeister Martin Heubach und Kernteamleiter Hans Wörner segnen lassen. Und während der Musikverein Harmonie Gerstetten mit flotter Unterhaltungsmusik das Zelt zum Beben brachte, konnte man draußen viele Oldtimer bewundern und im Sidecar mit Thomas Weinmann seine Runden drehen. Um 13.30 Uhr startete dann der Motorradcorso mit mehr als 50 Bikern. 

Am Abend des Himmelfahrtstages konzertierte dann die Sängersensation von der schwäbischen Ostalb, MA'cappella, mit den Lokalmatadoren Basti und Jan Jäger vor knapp 800 Bersucherinnen und Besucher, so dass sich die Veranstalter der Albzeit am Abend des Himmelfahrtstages über insgesamt mehr als 2.000 Tagesgäste freuen durften. 

MA'cappella am 25. Mai 2017 im Zelt der Albzeit

Schon eine halbe Stunde vor Einlass war die Schlange vor dem Eingang der Zeltkirche enorm. Knapp 800 Leute wollten dabei sein, wenn es heißt "Willkommen zur MA'cappella-Show" und sorgten so dafür, dass nicht nur im Zelt jeder Platz gefüllt war sondern auch außerhalb des Zeltes noch für 150 Personen nachgestuhlt werden musste. Passend zur Location startete MA'cappella mit dem Stück "Son of a preacher man", dass von der Beziehung eines Mädchens zum Sohn eines Pfarrers erzählt. Neben zahlreichen Eigenkompositionen zierten viele bekannte Hits das Programm der sechs sympathischen jungen Männer, wie zum Beispiel "Breakfast at Tiffany's". Basti Jägers Ansagen brachten das Publikum vielmals zum Lachen und durch das kurzweilige Interview von Moderator David Rau mit den Jäger-Buben konnten viele spannende Infos rund um die neue CD, die Probenarbeit und die Sänger gesammelt werden. Für das Stück "Romanze" von den Wise Guys wurde spontan die Blumendeko auseinander gebaut und in die Performance der Jungs integriert. Mit viel Spaß und Motivation wurde das Konzert ein kurzweiliges Vergnügen für Jung und Alt. Zum Abschluss gab es dann für "The Lions sleep tonight" sogar Standing Ovations und nach "einem Schnellen" folgten dann doch noch zwei weitere Zugaben bevor sich das begeisterte Publikum aus der Zeltkirche hinaus ins Freie drängte um bei dem ein oder anderen kühlen Getränk noch in Ruhe zu quatschen. (V. Karle)

Kidsday „Wetten dass ??? – Glaub an dich!“ 26. Mai

Am Freitag 26.05 leitete der Kidsday das letzte Wochenende der Zeltkirche ein. An diesem Tag versammelten sich über 110 Kinder aus der gesamten Gemeinde Gerstetten (Dettingen, Heuchlingen/Heldenfingen Gussenstadt und Gerstetten) im Zelt auf dem Festplatz. Die Band und Moderator David begrüßten die Kinder und nach einigen gemeinsamen Liedern, sowie einem kurzen Anspiel mit Impuls, konnte auch schon das große „Wetten dass“ Spiel beginnen. Hierbei mussten die Kinder in Kleingruppen Wetten erledigen. Welche der unterschiedlich schwierigen Wetten sie versuchen wollten, konnten sich die Kinder frei aussuchen. Oft mussten freiwillige Fußgänger gefunden werden, welche die Kinder bei einer Aufgabe unterstützen mussten. So gab es Aufgaben bei denen eine Person gefunden werden musste, welche sich freiwillig schminken lässt, ein Schlagerlied singt, oder sportliche Aufgaben bewältigt. Zur Mittagszeit gab es für alle Beteiligten Leckereien vom Grill und reichlich Getränke. Den Abschluss des tollen Tages bildete die „Große Wette“. Die Mitarbeiter hatten gewettet, dass es die Kinder nicht schaffen würden, zum Ende des Tages 500 Personen in einem blauen T-Shirt auf dem Festplatz zu versammeln. Diese Wette konnten die Kinder nur knapp nicht erfüllen, doch es fanden sich so viele Menschen mit blauem Oberteil ein, dass abschließend das Wort „Kids“ auf der Wiese durch die Anwesenden gestellt werden konnte. Durch ein Luftbild konnte das ganze festgehalten werden. Als Belohnung gab es für alle Beteiligten zum Schluss noch ein Wassereis, bevor die Kinder glücklich nach Hause verabschiedet wurden.

Ein großes Dankeschön geht an alle Organisatoren dieses tollen Tages, an alle Stations- und Gruppenbetreuer, an die Verantwortlichen der Technik und an das Küchenteam.

Prime-Time - Jugendgottesdienst mit Tobi Wörner (Fr, 26.05.17)

Am Abend des 26.05 hatte das Jugendkernteam zu einem besonderen Jugendgottesdienst eingeladen. In Kooperation mit dem evangelischen Jugendwerk, war die 14-tägig stattfindende Tanke (so heißt der Jugendgottesdienst dort) zu Gast in der Zeltkirche. Für diesen Abend war eigens der Prediger „Tobi Wörner“ aus Stuttgart angereist und die CVJM-Band begleitete den Abend musikalisch. Der Abend stand unter dem Thema Angst und so begann er auch. Als Einstieg wurde ein Zuschauer ausgelost, welcher aus einer Socke Cola trinken musste. Viele Gäste hatten hier bestimmt Angst, dass es sie erwischen könnte. Im Verlauf des Abends erzählte „Tobi Wörner“ vom Propheten Elia, wie dieser mit seiner Angst umging und wie ihm Gott dabei half. Nach Abschluss des Jugendgottesdienstes gab es im Bistro noch leckere Speisen die den Gästen das Verweilen im und ums Zelt leicht machten.

Workshops rund ums Zelt am 27. Mai 2017

Den Abschluss des Kinder und Jugendprogramms bei der Zeltkirche bildeten die Workshops am Samstag 27.05. Hierfür konnten sich im Vorab Kinder für Angebote anmelden, für die sie sich interessierten. So versammelten sich einige Kinder zum Pizzabacken aus dem Holzofen und zum Graffiti sprühen. Beide Gruppen begannen mit einer Einweisung. Bei den Graffitis zogen sich die Beteiligten ins große Zelt zurück und studierten Kunstwerke aus Büchern und versuchten sich zuerst mit dem malen auf dem Papier. Bei den Bäckern erklärte Axel in dem eigens angelieferten „Pizzacontainer“, was es beim anheizen des Ofens alles zu beachten gilt. Danach machten sich die Pizzabäcker auf den Weg in den örtlichen Supermarkt, während die Künstlergruppe sich daran machte, die aufgestellten Holzwände zu verschönern. Nachdem die Einkäufer zurückgekehrt waren konnte jeder individuell ein Pizza belegen und diese backen. Es entstand genug Pizza um auch die Künstlergruppe mit leckerem Essen zu versorgen. Vielen Dank an Axel für die Organisation des Pizzaofens, an Gustl für die Leitung der Graffitigruppe und an Gisela für die Herstellung des Teiges und die Unterstützung in der Küche.

Alb-Wege und Ur-Zeit (Samstag, 27. Mai 2017)

Der Urwelt- Mosaik- Skulpturenpfad Schwäbische Alb ist 20 Kilometer lang. Ein knappes Viertel davon hat Ruth Junginger als Beauftragte der SAV-Ortsgruppe für den Programmpunkt „Albwege und Urzeit“ am 27. Mai als eine Wanderung für die Liebhaber der Kunst-und Meereswelten ausgewählt. 30 Wanderer hatten sich zusammengefunden.  Bei den Eglenseen ließ die frühere Standesbeamtin  die Wandertour beginnen und blickte in überraschte Gesichter. Unter Seen hatten sich die auswärtigen Teilnehmer eine größere Wasserfläche vorgestellt. Ruth Junginger zeigte Verständnis, Seen aber nennt man sie in Gerstetten.  Blutegel wurden einst in den  beiden Himmelsteichen gehalten. Daher ihr Name.   Der Apotheker setzte die Tiere früher zur Behandlung von Geschwüren ein. Dessen ungeachtet, musste eines der Gewässer in den fünfziger Jahren als Badesee herhalten. So mancher Gerstetter hat hier das Schwimmen gelernt. Claudia Matzkovits verwies auf eine im Wasser stehende Figur als  „Hüterin des alten Wissens“, bei deren Betrachtung der Beschauer ins Jura-Meer abtauchen und sich im eigenen Sein wiederfinden könne. Zu künstlerisch ebenso anspruchsvollen Gedanken lud eine dreiteilige Skulptur  am „Südufer“ ein, die den Urfisch verkörpert. Zuvor bereits hatte Claudia Matzkovits im Spielpark an der Goethestraße zu einer Sitzprobe eingeladen. „Sitz‘ hernieder und sinniere über das Leben“, riet sie unter dem Hinweis auf einen mit feiner Ornamentik ausgestatteten Stuhl.  Traumhafte Weiten  taten sich für die Wanderer nach einer kurzen Tour auf den Zinnen des 35 Meter hohen Wasserturms auf. Der Schönwetterdunst verwehrte den Blick zu den Alpen , die Alb selbst aber präsentierte sich unter klarblauem Himmel und dem satten Grün ihrer Wälder von ihrer besten Seite.  Die am Himmel kreisenden Segelflieger ließen Sehnsüchte aufkommen. Über die Halde ging es vorbei an Schulzentrum und Kinderhaus zum Bahnhof. Dort betrachtete man ein weiteres Kunstwerk, das die einstige Tiefe des Jurameeres in drei modellhaft herausgearbeiteten Schichten veranschaulicht. 570 Arbeitsstunden wendete die Künstlerin auf , um mit Cuttermesser und von Hand geschnittenen Glasstücken dem Werk  Ausdruck zu verleihen.   Rainer Henneberger wartete indessen im Foyer des Riffmuseum auf seine Gäste. In seinen Räumlichkeiten ging es um die Kunst, die die Natur vor Millionen von Jahren selbst hervorgebracht hat. Die in Kalk eingebetteten Korallen lassen sich dank des wiederständigen Kiesels nur in Gerstetten und in Nattheim präparieren und „entkleiden“. Salzsäure löst das Fundstück vom Kalk.  Die bekannteste unter den Korallen ist die Thecosmilia, eine versteinerte Schönheit, die einst  in Gerstettens  Unterwelt geboren wurden. Angesichts  seiner anschaulichen Vortragsweise und seines fundierten Wissens hatte Rainer Henneberger am Samstag seine Fan-Gemeinde um etliche Bewunderer  vergrößern können. Den Dettinger Kaffeebus hatte Gabriele  Bächtle am Bahnhof parken lassen. Sie war für die Reise durch das Gerstetter Urmeer von der bürgerlichen Gemeinde aus zuständig.  Die Bordküche war reichlich bestückt und wer sich für  Kunst des Präparierens interessierte , der war bei Alfred Kühner und seiner fahrbaren Werkstatt an der richtigen Adresse. (Ulrich Bischoff)                       

Zeit-los - Abschlussgottesdienst der Albzeit (Sa, 28. Mai 2017)

Zum Finale der Albzeit-Zeltkirche fanden trotz verlängerten Wochenendes und Kirchentages in Wittenberg nochmals deutlich mehr als 500 Personen den Weg in das Zelt der Albzeit auf dem Gerstetter Festplatz, um zusammen mit den vereinigten Posaunenchören Dettingen-Heulingen und Bissingen-Hausen sowie Dekan Dr. Karl-Heinz Schlaudraff und Pfarrer Rolf Wachter Gottesdienst zu feiern. 

In seiner Predigt zum Gottesdienst-Thema "Zeit-los" sinnierte Pfarrer Rolf Wachter über Kohelet 3 und führte dabei so manchen Gedanken des vorhergehenden (H)albzeit-Gottesdienstes gekonnt weiter. Ganze zweieinhalb Jahre sei es nun her, dass der damals neue Gerstetter Stelleninhaber, Pfarrer Michael Maisenbacher, das Zelt der Landeskirche als Highlight des Reformationsjubiläums-jahres 2017 für die Gerstetter Kirchengemeinde angefordert hatte und dabei die benachbarten Evangelischen Kirchengemeinden herzlich zur Mitarbeit eingelud. Seither sei sehr viel passiert u.v.a. in den vergangenen Wochen Enormes geleistet worden. 

Aus diesem Grund war es am Ende des Gottesdienstes dann auch Zeit, der Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen: Zeltmeister Martin Heubach und Zeltlpfarrer Thomas Wingert, sowie dem gesamten Kernteam für ihren Einsatz vor und während der Gerstetter Zelttage. Angesichts des großen Erfolges mit 12.515 Besucherinnen und Besuchern der 49 Veranstaltungen der Albzeit war es an dieser Stelle auch Zeit, den zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zeltkirche zu danken, die in unzähligen Arbeitskreisen und Gruppen sowie ihrer tatkräftigen Mitarbeit die Albzeit erst zu dem Erfolgsmodell gemacht hatten, zu dem es sich in den vergangenen zwei Wochen während der Zelttage entwickeln sollte. 

Voller Dankbarkeit heißt es dann im Rahmen des Mitarbeiterfestes am 2. Juli in der Gerstetter Turn- und Festhalle voller Dankbarkeit auf überaus erfüllte und gelungene Zelttage in Gerstetten zurückzublicken!

Vom 14.-28. Mai 2017 macht das Zelt der Evangelischen Landeskirche Württemberg Halt auf dem Festplatz in Gerstetten. 

Die vier Evangelischen Kirchengemeinden Dettingen, Gerstetten, Gussenstadt und Heuchlingen-Heldenfingen wollen im Jahr des 500. Reformationsgedenkens miteinander ein großes Fest feiern, zu dem die gesamte Bevölkerung Gerstettens wie auch der näheren und weiteren Umgebung herzlich eingeladen ist. 

Mittlerweile steht schon ein Großteil des Programms, so können Sie sich auf hochkarätig besetzte Abendveranstaltungen, wie etwa Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle, MA‘cappella, die bundesweit bekannte Theaterformation Play Luther oder auch eine Motorrad-Sternfahrt mit dem deutschen Motocross-Meister Thomas Weinmann freuen. 

Unsere Kinder und Jugendlichen werden aber auch nicht zu kurz kommen, so werden wir vom 22.-25.05.17 Bettina Braun von Kirche unterwegs mit ihrem Zirkusprojekt zu Gast haben. Neben dem Jungschartag des Kirchenbezirks Heidenheim, der im Rahmen der Zeltkirche auf dem Gerstetter Festplatz stattfinden soll, wird der Jugendgottesdienst des Evangelischen Jugendwerks Heidenheim, "Tanke in Tour", in Gerstetten Halt machen. 

Auch die örtlichen Vereine werden sich an unterschiedlichen Tagen auf der Bühne der Zeltkirche präsentieren können und so zu einem gelungenen Fest beitragen. 

Wenn Sie sich in eines der vielen Mitarbeiter-Teams einbringen möchten, oder die Zeltkirche, die zu einem Großteil aus Spenden finanziert wird, finanziell unterstützen möchten, können Sie sich gerne an das Gemeindebüro wenden. 

Hier gelangen Sie zur offiziellen Homepage der Zeltkirche. 

Das Programm der "Albzeit"

Eingeladen zum Fest des Glaubens

1. Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern, mal gespannt, mal eher skeptisch, manche zögernd, viele gern, folgen sie den Spuren Jesu, folgen sie dem, der sie rief; und sie wurden selbst zu Boten, dass der Ruf noch gilt, der lief:

Ref.: Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens. 

2. Und so kamen sie in Scharen, brachten ihre Kinder mit, ihre Kranken, auch die Alten, selbst die Lahmen hielten Schritt. Von der Straße, von der Gosse kamen Menschen ohne Zahl; und sie hungerten nach Liebe und nach Gottes Freudenmahl:

Ref.: Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens. 

3. Und dort lernten sie zu teilen, Brot und Wein und Geld und Zeit; und dort lernten sie zu heilen, Kranke, Wunden, Schmerz und Leid; und dort lernten sie zu beten, dass dein Wille, Gott geschehe; und sie lernten so zu leben, dass das Leben nicht vergehe: 

Ref.: Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens. 

4. Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern, mal gespannt, mal eher skeptisch, manche zögernd, viele gern, folgen wir den Spuren Jesu, folgen wir dem, der uns rief; und wir werden selbst zu Boten, dass der Ruf noch gilt, der lief:

Ref.: Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens. 

Text: Eugen Eckert