Jakobuskirche Sontbergen

Schon sehr lange kann das Dorf Sontbergen die eigene Kirche ihr eigen nennen. Vor gut 650 Jahren, im Jahr 1356 wurde die dem Jakobus geweihte Kirche zum ersten mal erwähnt.

Das Kirchlein selbst, so wie wir es heute betreten, ist sicherlich keine 650 Jahre alt. Das ursprüngliche Gotteshaus ist durch den 30-jährigen Krieg, durch Feuer oder andere Katastrophen verloren gegangen.

Aber der Ort der Kirche ist über die Jahrhunderte derselbe geblieben. Immer neu wurde ausgebessert, repariert und aufgebaut - unglaublich viel Mühe, Kraft und Geld haben die wenigen Einwohner des Ortes in ihr Kirchlein investiert.

Ebenso wie der Ort der Kirche ist auch der Glaube an den dreieinigen Gott, der hier gepredigt wurde, derselbe geblieben. Wie oft hier das  Vaterunser gebetet wurde, kann nicht einmal geschätzt werden.

Epiphanias 2015

Mindestens 650 Jahre lang war es in Sontbergen möglich, in einer Kirche den einen Glauben zu feiern. Die Reformation hat die Einheit in einem so kleinen Ort wohl kaum gestört. Gemeinsam mit dem Landesherren ist man zum neuen Glauben gekommen - vielleicht gar ohne es zu wissen.

Heute können wir nur hoffen und beten, dass die Kirchen noch die Mitte unserer Dörfer bleiben. In Sontbergen ist es so geblieben.

Die Pilgerkirche

Kreuzigungsfenster der Jakobuskirche

Der Name des Jesusjüngers Jakobus ist ein untrüglicher Hinweis: Die Jakobuskirche in Sontbergen war von Anfang an nicht nur das geistliche und weltliche Zentrum des Dorfes, sondern auch Wegstation für die Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. 

So ist die Jakobuskirche nicht bloß ein Ort der Tradition. Sie ist auch ein Sinnbild für die Wanderschaft des Volkes Gottes.

Viele Gemeindegruppen entdecken heute neu das Symbol der Pilgerschaft und machen sich auf den langen Fußweg nach Santiago - von einer Jakobskirche zur nächsten.

Ein besonderes Datum für unser Kirchlein war der 1. Advent 2004, an dem die Fenster zum Jakobsweg von Sieger Köder vorgestellt wurden.

Der Jünger Jakobus, der aus seinem Fischerboot steigt, um Jesus nachzufolgen, Mose und das Volk Israel auf dem Weg durch das Schilfmeer, die Wallfahrt der Völker zum Zion - alle diese Bilder Köders symbolisieren den Weg, auf dem wir uns als Gemeinde befinden und sie machen aus dem Jakobskirchlein eine echte Pilgerkirche, die gerne besucht wird.

Zur Verabschiedung unseres Mesners Karl Hirschle am 27.09.15

HZ-Artikel vom 24.09.2015. Mit freundlicher Genehmigung der Heidenheimer Zeitung.