Unsere Glocken

Kreuzglocke in der Michaelskirche aus dem Jahr 1496

Ein besonderer Schatz unserer Kirchengemeinde sind die Glocken. 

Die beiden mittelalterlichen Glocken, die Kreuz- und Zeichenglocke der Michaelskirche, wurden im Jahr 2005 renoviert. 

Insgesamt rufen 10 Glocken zum Gottesdienst, jeweils vier in der Nikolaus- und Michaelskirche, zwei in der Jakobuskirche.

Aus der Läuteordnung der Evangelischen Kirchengemeinde

Inmitten der verrinnenden Zeit sagen uns die Glocken mit ihrem Schlagen und Läuten die Zeit an:

- Mit ihrem regelmäßigen Stundenschlag sagen sie die vergehende Zeit an und erinnern uns daran, dass unsere Zeit hier auf Erden nur geliehen ist und wir der Vergänglichkeit unterworfen sind.

Mit ihrem Läuten sagen sie die Zeit an, die gefüllt sein will, und rufen uns zum Hören auf Gottes Wort, zum Gebet und zum gemeinsamen Gottesdienst.

Mit Schlagen und Läuten unterbrechen sie also unser Ruhen und unser Arbeiten in der Zeit, und mahnen uns damit zur Ausrichtung auf die Ewigkeit. 

Die vier Glocken der Michaelskirche stellen sich vor:

1. Die Betglocke (Ton es'):

Früh morgens (5.00 oder 6.00 Uhr) erinnert sie an die Auferstehung Christi und weckt zum Morgengebet. Am Mittag (12.00 Uhr) ruft sie zum Gebet um den Erhalt des Wortes Gottes und um den Frieden in Kirche und Land. Am Abend mahnt sie zum Nachtgebet, erinnert an die eigene Todesstunde und den Jüngsten Tag.

Im Gottesdienst läutet sie während des Vaterunsers und ruft die daheimgebliebenen Alten und Kranken, in das Gebet des Herrn miteinzustimmen.

Die Betglocke der Michaelskirche wurde im Jahr 1954 „Zum Gedächtnis an die Gefallenen der beiden Weltkriege 1914/18 und 1939/45“ gegossen. Sie ist mit 1421 kg und einer Höhe von 106 cm die größte Glocke in Gerstetten.

2. Die Kreuzglocke (Ton g'):

Die Kreuzglocke läutet zu den Zeiten, an denen die Gemeinde des Kreuzes Jesu gedenken soll: 11.00 Uhr, die Stunde der einbrechenden Finsternis und 15.00 Uhr, die Todesstunde Jesu.

Die Kreuzglocke ist 80 cm hoch und 780 kg schwer. Gegossen im Jahr 1496 ist sie  eine der beiden alten gotischen Glocken, die im Glockenschweißwerk in Nördlingen überarbeitet wurden.

3. Die Zeichenglocke (Ton b'):

Sie läutet das erste Zeichen zu allen Gottesdiensten und ruft so zum Hören auf Gottes Wort und zur Bitte um das rechte Verstehen.

Die Zeichenglocke läutet eine Stunde und nochmals eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes. Auch vor Wochengottesdiensten und vor Beerdigungen auf dem Waldfriedhof weist sie 30 Minuten vorher auf den Beginn hin.

Die gotische Zeichenglocke ist die kleinere und ältere der beiden alten Glocken und stammt sogar aus dem 14. Jahrhundert. Sie ist 70 cm hoch und 325 kg schwer.

4. Die Taufglocke (Ton c''):

Während des Taufaktes ruft sie die nicht anwesenden Gemeinde­glieder zum Gebet für den Täufling auf, erinnert an die eigene Taufe und mahnt zum Bekenntnis des Glaubens an den dreieinigen Gott.

Die Taufglocke ist die kleinste der vier Glocken, 60 cm hoch und 288 kg schwer.

Das Plenum

Besonders beeindruckend ist es, wenn alle vier Glocken ihren Klang zu einem ganzen Geläut zusammenfügen, dem Plenum. Das Plenum ist zu hören am Beginn eines Gottesdienstes, einer kirchlichen Trauung oder einer Bestattung auf dem Waldfriedhof.

Das Plenum läutet den Choral "Wachet auf, ruft uns die Stimme" (EG 147) ein. 

Im Aufgang zum Glockenturm findet sich eine sog. Kriegsglocke. Karl August Dieterich hat sie aus einer Sauerstoffflasche angefertigt, nachdem die Glocken am 7. April 1942 zu Kriegszwecken abgenommen worden waren. Ihre Aufschrift "Erbarm dich, Herr, in unsrer Not - Frieden geben kann nur Gott" ist heute leider nicht mehr erhalten. 

Die Glocken der Nikolauskirche und der Jakobuskirche 

Auch im Turm der Nikolauskirche sind vier Glocken, die nach derselben Ordnung wie in der Michaelskirche geläutet werden und die in den Jahren 1954 und 1960 gegossen wurden.

Das Sontberger Jakobskichlein hat nur zwei Glocken, davon eine wertvolle alte Glocke aus dem 18. Jahrhundert.