Pfarrer Michael Maisenbacher feierlich in sein Amt eingesetzt.

Dem Charme der Gerstetter Alb erlegen, fühlt sich der Theologe und diplomierte Kirchenmusiker Michael Maisenbacher, der im Herbst 2014 zur Versehung der Pfarrstelle vom Oberkirchenrat in Stuttgart auf die Gerstetter Alb entsandt worden war, am Sonntag, 24. September 2017 in der Michaelskirche durch Dr. Karl-Heinz Schlaudraff feierlich in das Amt eines ständigen Pfarrers des Pfarramtes Gerstetten I eingesetzt wurde. Der Zuspruch der Gemeinde war überwältigend. Knapp 700 Sitzplätze fasst die Kirche. Die waren allesamt besetzt, als die Geistlichen zusammen mit dem Kirchengemeinderat und den Synodalen unter den Klängen das Posaunenchores in das Gotteshaus einzogen. Ehe Dr. Karl-Heinz Schlaudraff dem 36-jährigen Geistlichen die Hand zur Einsegnung auflegte und ihn auf sein Amt verpflichtete, erinnerte er an das Geschenk des Glaubens, das allein Gott durch Christus in uns bewirke. Zeugenworte sprachen Claudia Matzkovits als Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Diakon Marcus Vetterle für die kirchliche Jugend und Sibylle Jäger als Vertreterin des Posaunenchores. Nachdem Maisenbacher als Kirchenmusiker mitunter auch am Dirigentenpult steht und durch seine temperamentvolle Zeichengebung schon manchen Bleistift zerbrochen hat, überreichte ihm die Pädagogin ein ganzes Paket neuer Stifte. Auch der Kirchengemeinderat hatte in Anspielung auf den „schaffigen Geist“ dem jungen Theologen eine gepolsterte Liege vermacht und am Pfarrhaus samt Magnumflasche Sekt aufgebaut. Neben einem Stethoskop erhielt der bekennende Protestant außerdem eine Figur Luthers als Play Mobil – als Reminiszenz an das Thema der diesjährigen Gerstetter Dorffreizeit, welche sich mit Martin Luther und der Reformation auseinandergesetzt hatte. Die Glaubenshelden des Kindergartens brachten ihm ein Ständchen dar. Der Kirchenchor hatte eigens für ihn den Hymnus „Du stellst meine Füße auf einen weiten Raum“ einstudiert. In seiner Predigt bekannte der aus dem Schwarzwald stammende Maisenbacher, dass er sich vor langer Zeit vom in der diesjährigen Jahreslosung verheißenen Geist inspirieren hat lassen, sein Herz an Christus verloren habe und dessen Ruf in die gefolgt sei und so am Ende seiner langen Ausbildung in das Predigtamt der Württembergischen Landeskirche berufen wurde. Mit dem Bekenntnis „Ich bin gekommen, um zu bleiben“ beschloss er seine Predigt.
Unter den Bäumen im Kirchhof hatte sich indessen der Musikverein breitgemacht, den „Florentiner Marsch“ aufgespielt und dem jungen Pfarrer damit einen Wunsch erfüllt. Nach dem letzten Paukenschlag ergriff Bürgermeister Roland Polaschek das Wort und kennzeichnete Maisenbacher als einen Mann mit Kompetenz und Weitblick. Er habe den Geistlichen als sachkundigen Verhandlungspartner kennengelernt und würdigte ihn als einen Mann, der neue Impulse setze und den Kontakt zu Menschen suche. „Sie hören zu und geben Rat“ meinte der Schultes anerkennend. Pfarrerin Iris Kettinger war zusammen mit Schuldekan Dr. Harry Jungbauer als Vertreterin der Landessynode gekommen. Für Kettinger wird Gott in Gestalt vieler Götter verehrt. Maisenbacher sei als Bote des wahren Gottes gesandt. Trösten, Lehren und begleiten untermischt mit einer Portion Humor, dies sei sein Auftrag, meinte sie. Im Gemeindehaus war derweil das Buffet für die knapp 350 Gäste vorbereitet worden. Dort hatte Kirchengemeinderatsvorsitzende Claudia Matzkovits nicht weniger als 14 Gratulanten auf der Rednerliste.
Draußen im Gemeindehausgarten sorgte der Musikverein Gerstetten für flotte Unterhaltung, die gegen 16 Uhr mit einem vom investierten Pfarrer höchstselbst dirigierten „Florentiner-Marsch“ endete.
Bericht: Ulrich Bischoff mit Ergänzungen vom Pfarramt Gerstetten

Die Predigt von Pfarrer Maisenbacher finden Sie hier

Zahlreiche Bilder vom Investiturgottesdienst sowie dem Gemeindemittagessen am 24. September 2017 finden Sie hier.